Modul 4: Barrierefreiheit von Informationen und Sicherheit im Internet


1. Einführung

Das Internet ist ein Füllhorn des Wissens zu jedem Thema. Dies erleichtert den Zugang zu Informationen, birgt aber auch Risiken für die Sicherheit gespeicherter Informationen und der Benutzeraktivitäten im Netz. Durch die ständige technologische Weiterentwicklung werden der Austausch und das Finden von Informationen immer weiter vereinfacht. Junge Menschen, egal mit welchem Hintergrund, nutzen das Internet täglich zu verschiedenen Zwecken. Oft orientiert sich die junge Generation viel besser im Netz als ältere Generationen, dennoch ist es eine Aufgabe der Jugendarbeit, die jungen Menschen im Zeitalter der Digitalisierung zu begleiten, für Sicherheit zu sensibilisieren und medienethische Fragen aufzuwerfen.

Dieses Modul gibt einen Überblick zu Themen wie Barrierefreiheit, aber auch zu Sicherheit im Internet und adressiert dabei Fachkräfte der Jugendarbeit, die mit jungen Menschen arbeiten und insbesondere auch junge Menschen mit Seh-, Hör- oder Körperbeeinträchtigungen auf dem Gebiet der Digitalisierung begleiten wollen.

Dieses Modul geht insbesondere auf die folgenden Themen ein:

  • Barrierefreiheit von Informationen im Internet;
  • Sensibilisierung für mehr Sicherheit und Mündigkeit im Internet;
  • Online-Recherche zu Jugendmobilitäten und anderen Aktivitäten.

Am Ende dieses Moduls wirst du:

  • den Unterschied zwischen Barrierefreiheit, Usability und inklusivem Webdesign kennen;
  • mehr über barrierefreies Webseitendesign und die Nutzungsfreundlichkeit von Webseiten wissen;
  • mehr über die Vermittlung von Themen zu mehr Sicherheit im Internet wissen;
  • wissen, wo man online barrierefreie Informationen zu Mobilitätsangeboten und andere Möglichkeiten findet.

2. Barrierefreiheit von Web-Inhalten

Barrierefreiheit kann auf zwei Ebenen definiert werden (W3C Web Accessibility Initiative, 2016):

  1. Planung und Umsetzung von Barrierefreiheit auf der Ebene der Entwicklung und Konzeption einer Internetseite, so dass sie ohne zusätzliche Installationen oder (technische) Einschränkungen für jeden zugänglich ist (nachträgliche Anpassungen sind häufig schwieriger);
  2. auf der Nutzungsebene, wenn schwer zugängliche Webinhalte und Barrieren durch alternative Tools und Technologien zugänglich gemacht werden (z.B. Sprungmarken für die Navigation, Untertitel bei Videos oder Farb-/Kontrasteinstellungen).

Beide Ebenen haben jedoch auch Auswirkungen auf die Nutzungserfahrung. Bei der Nutzung von Webangeboten in der Bildungsarbeit ist es sinnvoll, auf die Barrierefreiheit von Internetseiten zu achten, insbesondere wenn unklar ist, welche Fertigkeiten die Zielgruppen haben. Die verschiedenen vorhandenen Technologien und Tools sind ergänzend und dienen dazu, gezielt Lücken zwischen Technologie und den menschlichen Fertigkeiten zu schließen.

Barrierefreiheit, Benutzerfreundlichkeit und Inklusion

Obwohl diese Begriffe eng miteinander verknüpft sind, bedeuten sie nicht dasselbe. Barrierefreiheit bedeutet, dass sich Einschränkungen beim Sehen, Hören, Bewegen oder beim Verarbeiten von Informationen nicht negativ auf die Internetnutzung auswirken (Aktion Mensch, N/A). Benutzerfreundlichkeit, oder auch Usability ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal und bezieht sich auf alle Nutzer*innen, unabhängig von ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten. Usability bezieht sich z. B. auf die effiziente und übersichtliche Navigation, Gestaltung und Design sowie praktische Funktionen wie Autovervollständigung (Digital Guide Ionos, 2018). Der inklusive Ansatz greift noch weiter und meint zum einen Barrierefreiheit und zum anderen Usability, berücksichtigt aber auch die digitalen Fähigkeiten der Nutzer*innen und/oder andere individuelle Besonderheiten (Barrierekompass, N/A).

Zusammenfassend bedeutet das, dass eine Website barrierefrei ist, wenn u. a. junge Menschen mit Seh-, Hör- oder Körperbeeinträchtigungen sie…:

  • ohne Hindernisse so nutzen können, wie sie ist.
  • … nur geringfügige Anpassungen oder Konfigurationen vornehmen müssen, um sie nutzen zu können.
  • …in Verbindung mit zusätzlichen unterstützenden (assistiven) Technologien und Tools nutzen können.

Was bedeutet in diesem Zusammenhang geringfügige Anpassung oder Konfiguration?

Es bedeutet, dass Nutzer*innen auf den Webseiten Alternativen für schwer zugängliche Webseiten-Inhalte erhalten. So werden z. B. grundlegende Funktionen und Einstellungen angeboten, die z. B. die Anpassung von Farbe, Schriftgröße, Navigation oder Darstellung ermöglichen.

Können Jugendarbeiter*innen zur Barrierefreiheit von Webinhalten beitragen?

Natürlich kannst du das. Auf der Nutzer*innenebene können verschiedene Plugins, Bedienungshilfen und Widgets für den entsprechenden Browser installiert werden, so dass die Nutzung bestimmter Webseiten-Inhalte einfacher wird. Aber sei dir auch über die Grenzen und Risiken dieser Tools bewusst (Barrierekompass, 2020).

Auf der Entwicklungsebene kannst du für eine inklusive Struktur sorgen, Barrieren reduzieren und dein Team für die barrierefreie Webseitengestaltung sensibilisieren.

Was sind unterstützende (assistive) Technologien und Tools?

Die Weltgesundheitsorganisation definiert assistive Technologien als „Hilfsmittel und Technologien, deren Hauptzweck es ist, die Funktionsfähigkeit und Unabhängigkeit einer Person zu erhalten oder zu verbessern, ihre Teilhabe zu erleichtern und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern“. (WHO, N/A. Übersetzung durch die Autor*innen).

Beispiele für solche assistiven Technologien (Barrierefreies Webdesign, N/A) sind z. B. Bildschirmlesegeräte („Screenreader“), Spracherkennungstechnologien, Rollstühle, Hörgeräte, alternative Tastaturen, Trackballs in Übergröße usw.

Können Jugendarbeiter*innen unterstützende (assistive) Technologien und Tools kostenlos nutzen?

Ja, es gibt assistive Technologien, die kostenlos genutzt werden können, z. B. Screenreader (NonVisual Desktop Access - verfügbar für Windows) oder Spracherkennungstechnologie, die in Browsern/Geräten integriert sind. Videoanrufe sind wertvolle Alternativen der Kommunikation, wenn z. B. Gebärdensprache verwendet wird. Allerdings können manchmal auch zusätzliche Investitionen notwendig sein, wenn z. B eine Braillezeile benötigt wird.

Barrieren im Internet

Im Internet gibt es viele Barrieren für Menschen mit Seh-, Hör- oder Körperbeeinträchtigungen. Websites, die in ihrer Struktur einfach gehalten sind, Untertitel und deutliche Farbkontraste nutzen, sind für mehr Menschen nutzbar als Internetseiten mit komplexen Inhalten, unübersichtlicher Navigation und fehlendem Alternativtexte. Obwohl es nicht so schwierig ist, sich um eine barrierefreie Gestaltung von Internetseiten zu bemühen (Hypotheses, 2016), sind die meisten Seiten leider nicht von vornherein für Menschen mit Behinderungen konzipiert, sondern orientieren sich an Hauptzielgruppen und ihrem Zweck, z. B. Verkaufs-, Kommunikations-, Lern- oder Werbeplattformen (Barrierekompass, 2020). Dabei konnten Studien belegen, dass Menschen mit Behinderungen das Internet sogar öfter als Menschen ohne Behinderung nutzen (Aktion Mensch, 2010). Im Vergleich dazu gibt es nur wenige Seiten, die die Bedürfnisse von Menschen mit Seh-, Hör- oder Körperbeeinträchtigungen berücksichtigen. Viele dieser Seiten beschäftigen sich dann explizit mit den Belangen behinderter Menschen oder sie sind nur Unterseiten mit simplen Informationen, die einer vollen Online-Erfahrung nicht gerecht werden. Oft lässt sich auch beobachten, dass diese Seiten, einmal erstellt, nicht weiter gepflegt und aktualisiert werden und dadurch kaum Informationswert haben.

Das W3C (Barrierefreies Webdesign, 2004) hat fünf Faktoren definiert, die für Nutzer*innen bedeutsam sind, um uneingeschränkt am Internet teilhaben zu können: Wahrnehmung, Verständnis, Navigation, Interaktion und Beteiligung (Digital Guide IONOS, 2018). Gleichzeitig können die folgenden Barrieren identifiziert werden, mit denen behinderte Menschen im Netz regelmäßig konfrontiert sind (Aktion Mensch, 2016):

  • Menschen mit Sehbeeinträchtigung und Blindheit
    Fehlende Audiodeskription, kontrastarme Inhalte sowie Formen, nicht durch Screenreader wahrnehmbare Bilder oder Elemente, nicht anpassbare Schriftgrößen und schlecht lesbare Schriftarten, Textmenge im Vergleich zu visuellen Elemente usw.
  • Menschen mit Hörbeeinträchtigungen
    fehlende Untertitel, z. B. in Gebärdensprache, keine Möglichkeit der Anpassung von Lautstärke oder Geschwindigkeit bei Audioinhalten, überladene Informationen und komplexe, lange Sätze usw.
  • Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen
    Schwierigkeiten bei der Verwendung einer Maus, fehlende Tastennavigation, zu kurze Timeout Phasen (z. B. nicht ausreichend Zeit, um ein Formular auszufüllen).

Barrierefreiheit im Internet fördern

Wie bereits erwähnt, ist die Berücksichtigung der Barrierefreiheit von Webinhalten bereits in der Planung, Programmierung und Umsetzung der Webseiten sehr wichtig. Hierbei muss sich der Inhalt nach den vier Prinzipien der Web Content Accessibility Guidelines WCAG 2.1 (allerlay, 2019) richten und wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust sein. Dabei sind es zunächst die technischen Aspekte und unterstützenden Technologien, die geplant werden müssen, bevor das Layout der Seiten selbst entwickelt wird (W3C, 2008).

Einige Websites verfügen auch über sogenannte Accessibility-Widgets (Barrierefreies Webdesign, N/A). Durch sie können Funktionen wie Tastaturnavigation, Cursor, Kontrast, größerer Text, Links hervorheben, Textabstände usw. genutzt werden. Widgets sind kein Ersatz für barrierefreies Webdesign, können aber insbesondere weniger technikaffinen Menschen die Nutzung von Internetseiten erleichtern (allerlay, 2020).)

Accessibility-Widget der DARE Projektseite: Quelle

Damit ein Accessibility-Widget aber seinen Zweck erfüllen kann, ist eine nutzungsfreundlich gestaltete Website mit gut strukturiertem Inhalt erforderlich. Für die Gestaltung barrierefreier Webseiten kann die folgende Checkliste (mindshape, N/A) helfen. Auch das Kapitel „B für Barrierefreiheit: praktische Informationen zur Barrierefreiheit von Websites und Dokumenten“ in unserem DARE Leitfaden für Inklusion widmet sich dem Thema Barrierefreiheit im Internet.

Zusätzlich kannst du z. B. auch das WAVE Web Accessibility Evaluation Tool nutzen, durch das sich wichtige Schlüsse auf die Barrierefreiheit deiner Website ziehen lassen. Dazu muss die URL der zu prüfenden Webseite in das Tool eingegeben werden. Die Ergebnisse werden dann mittels Symbolen direkt auf der Webseite dargestellt.

3. Internet-Sicherheit vermitteln

Wenn es um die Sicherheit im Internet geht, so sind hier zwei Perspektiven wichtig:

  • Wie nutze ich das Internet sicher?
  • Wie schütze ich meine Daten?

Die Herausforderungen im Zusammenhang mit Internetsicherheit bestehen z. B. im Bereich des Datenschutzes, des Cybermobbings aber auch im Schutz der eigenen Person und ihrer Würde. Die meisten Internetnutzer*innen nutzen das Internet auf der Suche nach Informationen und zur Kommunikation, ohne sich über die Risiken bewusst zu sein. Fachkräfte der Jugendarbeit haben hier eine wichtige Rolle in der Aufklärung junger Menschen. Viele umfangreiche Materialien für Pädagog*innen aber auch für junge Menschen stellt die Webseite der EU-Initiative klicksafe bereit.

Wie kann ich mit jungen Menschen die DSGVO erklären?

Nicht alle jungen Menschen wissen, was die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist und dass sie etwas mit ihren eigenen Daten zu tun hat. Es ist wichtig, mit jungen Menschen darüber zu sprechen, dass seit der EU-Verordnung, die am 25. Mai 2018 in Kraft getreten ist, die Privatsphäre ihrer Daten besser kontrolliert wird und Websites, die Nutzerdaten sammeln, eine Richtlinie haben müssen, die darüber informiert, wo, wie und zu welchem Zweck diese Daten gesammelt werden. Die Publikation „Datensatz –Datenschatz?“ (klicksafe, 2020) fasst alle wichtigen Informationen zum Thema Datenschutz zusammen und bietet Materialien, die junge Menschen dabei unterstützen sollen, sich bewusster, sicherer und damit mündiger im digitalen Raum zu bewegen.

Cyber-Mobbing – ein wichtiges Thema in der digitalen Lebenswelt junger Menschen.

Cyber-Mobbing ist Mobbing in der Onlinewelt. Cybermobbing kann jeden und jede treffen, ein klares  „Opferprofil” gibt es bisher nicht. Auch junge Menschen mit Behinderungen werden immer wieder zu Opfern solcher Angriffe. Egal wen es trifft: bei  Cybermobbing ist es für die Opfer besonders schwer, sich zu entziehen. Der Täter oder die Täterin sind meist “unsichtbar” und anonym. Die Belästigungen können rund um die Uhr stattfinden. Cybermobbing findet überall statt, wo digitale Medien genutzt werden (BMBWF, N/A).

Jugendarbeiter*innen können junge Menschen bestärken, Aufklärung betreiben und ihnen Handlungsstrategien (klicksafe,2020) aufzeigen. Dazu zählen das Dokumentieren und das Melden von Cyber-Mobbing, aber auch das Blockieren und selbst nicht direkt auf die Angriffe zu reagieren. Beleidigungen, Hass-Postings oder gemeine Bilder können direkt bei den Diensten gemeldet werden. In Fällen von Diskriminierung oder Gewalt kann auch Strafanzeige gestellt werden.

Jungen Menschen sollten aber auch ermutigt werden, als Verbündete von durch Cyber-Mobbing betroffenen Personen aufzutreten. Wenn sie z. B. die Person hinter den Angriffen kennen, können sie versuchen, dieses Verhalten zu stoppen und sich dabei auch die Unterstützung von Peers und /oder Jugendarbeiter*innen holen.

Es ist gut, wenn sich junge Menschen mit den Formen von Cyber-Mobbing auseinandersetzen, um diese identifizieren zu können. Dazu zählen z. B. Hatespeech (in sozialen Medien, Foren, Kommunikationskanälen usw.), die Veröffentlichung von Bildern/Videos/Informationen ohne die Zustimmung der Person, das Versenden unerwünschter privater Nachrichten, aber auch ständige Kontaktaufnahme (Stalking). Der „Ratgeber Cyber-Mobbing“ (klicksafe, 2020) bietet Fachkräften der Jugendarbeit wichtige Einblicke in das Thema.

Einen vollständigen Schutz vor Cyber-Mobbing gibt es leider nicht, aber präventives Handeln wie z. B. ein sensibler Umgang mit den eigenen Daten, kann vorbeugen. Die Publikation „Was tun bei (Cyber)Mobbing?“ (klicksafe, 2019) richtet sich an Pädagog*innen und stellt Möglichkeiten der Intervention bei und Prävention von Cyber-Mobbing vor.

4. Unterstützung bei Mobilitätsprojekten und anderen Gelegenheiten

Jugendliche finden es einfacher, online nach Informationen zu suchen. Die Relevanz der Informationen und die Sicherheit ihrer Daten hängt stark davon ab, auf welche Arten von Informationen sie zugreifen und auf welchen Seiten sie durch das Netz surfen. Damit junge Menschen, insbesondere junge Menschen mit Seh-, Hör- oder Körperbeeinträchtigungen, relevante und auch ermächtigende Informationen finden können, ist es gut, wenn sie von Jugendarbeiter*innen dabei unterstützt und/oder begleitet werden können.

Alle jungen Menschen, ob mit oder ohne Benachteiligungen, die an einer Mobilitätsmaßnahme interessiert sind, sollten sich auf diese Erfahrung vorbereiten. Es gibt verschiedene Dinge, die sie sowohl vor, aber auch während und nach der Aktivitäten machen können. Der Leitfaden zur Implementierung von Europäischen Mobilitätsprojekten (Spread Project, 2018) bietet Koordinator*innen aber auch Teilnehmende von Mobilitätsprojekten umfassende Informationen mit Beispielen für nützliche Instrumente während der gesamten Mobilitätserfahrung. Auch die Erasmus+ App stellt vielseitige Informationen und Orientierungshilfen für den Mobilitätsprozess bereit.

Bei der Online-Suche nach Mobilitätsprojekten und anderen ähnlichen Angeboten können die folgenden Websites genutzt werden:

Europäisches Jugendportal: informiert über Chancen und Initiativen auf EU-Ebene und in den einzelnen Ländern für junge Menschen mit und ohne Behinderungen sowie Fachkräfte der Jugendarbeit.

Europäisches Solidaritätskorps: bietet jungen Menschen die Chance, sich freiwillig für ein soziales und vielfältiges Europa zu engagieren. Das geht z.B. in Freiwilligendiensten oder mit eigenen Initiativen.

SALTO-YOUTH: verbreitet und unterstützt europäische Jugendarbeit durch das Angebot von Trainings und Materialien für Fachkräfte der Jugendarbeit. Hier ist auch Otlas, ein Tool zur Partnersuche für Projektkooperationen zu finden.

ErasmusIntern.org: eine Art Online-Marktplatz, auf dem sich Anbieter*innen von Praktika und Freiwilligendiensten sowie junge Menschen, die nach solchen Möglichkeiten suchen, begegnen können.

Erasmus+ partner search: eine öffentliche Facebook-Gruppe, die zur Bildung und Vernetzung europäischer Partnerschaften und zur Verbreitung von Trainingsangeboten genutzt werden kann.

Die Erasmus+ Project Results Platform ist eine Plattform mit allen Beschreibungen, Ergebnissen und Kontaktinformationen von durch Erasmus+ geförderte Projekte.

In unserem Kommunikations- und Informationsbereich der E-Learning Plattform Truth and DARE Space sowie auch in unserer DARE-APP bemühen wir uns, regelmäßig Veranstaltungen und Beteiligungsmöglichkeiten aus den Partnerländern und Europa zu teilen. Schaut auch hier gerne mal vorbei.

Übung 4.1

Titel des Moduls Modul 4: Barrierefreiheit von Informationen und Sicherheit im Internet
Titel der Übung: Reflexion der Wirkungen und Vorteile von barrierefreien (Bildungs-)Angeboten
Kenncode der Übung: A4.1
Dauer der Übung 60 Minuten
Art des Materials Arbeitsblatt
Ziel der Übung Das Ziel dieser Übung ist es, die verschiedenen Perspektiven von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen in Hinblick auf die Barrierefreiheit im Internet kennenzulernen und mehr über die Vorteile und positiven Auswirkungen zu erfahren. Fachkräfte der Jugendarbeit und auch Organisationen können überlegen, welche der Situationen und Lösungswege auch in ihrer Bildungsarbeit anwendbar sind.
Benötigte Materialien für die Übung
  • Laptop oder Tablet
  • sicherer und stabiler Internetzugang.
Schritt-für-Schritt Anleitung

Schritt 1: Die Web Accessibility Initiative WAI stellt auf ihrer Internetseite die Videoreihe „Perspective Videos“ mit verschiedenen Perspektiven auf Barrierefreiheit im Internet bereit (W3C, 2021; englisch).

Schritt 2: Schau dir die einzelnen Videos an und erfahre mehr über die Bedeutung von Barrierefreiheit und die damit verbundenen Vorteile für Menschen mit Behinderungen.

Schritt 3: Betrachte nun deine (Bildungs-)Angebote und reflektiere, wo mögliche Barrieren für junge Menschen mit Seh-, Hör- und Körperbeeinträchtigungen liegen können.

Schritt 4: Überlege dir, wo du Verbesserungen vornehmen kannst, um deine (Bildungs-)Angebote barrierefreier und nutzungsfreundlicher zu machen. Berücksichtige dabei auch die unter jedem Video bereitgestellten Hinweise, hier insbesondere den Punkt „What needs to happen for this to work?“ (W3C, 2021).

Schritt 5: Nutz deine Überlegungen, um dich mit anderen Fachkräften der Jugendarbeit, mit Kolleg*innen und Netzwerkpartner auszutauschen. So könnt ihr euch gegenseitig inspirieren, aber auch gemeinsame Handlungskonzepte und Lösungsansätze für eure (Bildungs-)Angebote entwickeln.

Übung 4.2

Titel des Moduls Modul 4: Barrierefreiheit von Informationen und Sicherheit im Internet
Titel der Übung: Reflexion guter Praxis bei barrierfreien Webseiten
Kenncode der Übung: A4.2
Dauer der Übung 40 Minuten
Art des Materials Arbeitsblatt
Ziel der Übung In dieser Übung untersuchen die Lernenden verschiedene Webseiten in Hinblick auf ihre Barrierefreiheit und können dabei sowohl die Nutzer*innen-, als auch die Designer*innenperspektive einnehmen. Diese Reflexion soll die Lernenden dabei unterstützen, wesentliche Qualitätsmerkmale barrierefreier Webseiten zu erkennen und zu implementieren.
Benötigte Materialien für die Übung
  • Laptop oder Tablet
  • sicherer und stabiler Internetzugang.
Schritt-für-Schritt Anleitung

Schritt 1: Gehe zur Website des DARE-Projekts, die wir versucht haben, möglichst barrierearm aufzubauen.

Schritt 2: Mach dich mit den Accessibility-Widget auf der DARE-Projektseite vertraut. Du findest es hinter dem Symbol eines blauen Kreises mit einer weißen Figur oben in der rechten Ecke der Seite. Das Widget bietet unterschiedliche Funktionen. Probiere sie aus und überlege dir, für welche Gruppen diese Funktionen nützlich sein könnten.

Schritt 3: Es gibt verschiedene Tools und Webseiten (Einfach für Alle, N/A), die die Barrierefreiheit von Webseiten bewerten und analysieren können. Zu diesem Zweck kannst du die DARE –Webseite z. B. mit dem WAVE Web Accessibility Evaluation Tool, dem UserWay Inspector oder dem Color Contrast Accessibility Validator testen. Es gibt auch manuelle Schnelltests, die du nutzen kannst. Recherchiere auch die Bedienungshilfen deines Computers und Browsers.

Schritt 4: Nimm nun z. B. die Webseite deiner Organisation und/oder weitere für dich interessante Webseiten und teste diese ebenfalls.

Was sind gute Beispiele, die du gefunden hast? Warum?
Wo siehst du Verbesserungsbedarf? Wie könnten Verbesserungen aussehen?

Schritt 5: Schau dir zum Vergleich Beispiele guter Praxis aus der Nutzer*innenperspektive (Terrill Thompson, 2012; englischsprachig) und der Designer*innenperspektive (internetrix, 2020) an.

Was kannst du von diesen Webseiten als Inspiration mitnehmen?

Material 4.1

Titel des Moduls Modul 4: Barrierefreiheit von Informationen und Sicherheit im Internet
Titel des Materials Einfach für Alle
Kenncode des Materials R4.1
Einführung in das Material „Einfach für Alle“ ist eine von Aktion Mensch geführte Webseite, die das Ziel hat, das Internet barrierefrei zu machen. Die Seite stellt sehr viele sowohl technisch-spezifische Informationen für Webdesigner*innen usw. zur Verfügung, verbreitet aber auch relevante Zahlen und Beiträge, die allgemein zu einem besseren Verständnis dieses Themas beitragen.
Was bringt dir das Material? Die Lernenden können auf der Seite viele vertiefende Informationen zu den in diesem Modul präsentierten Themen sowie zu vielen anderen Themen rund um Behinderung, Barrierefreiheit und Internet finden. Dabei können sehr spezifische Informationen für Webentwickler*innen und Seitenbetreiber gefunden werden, aber auch viele wertvolle Einblicke, Perspektiven in das Thema allgemein. Die Webseite ermöglicht es den Lernenden viele neue Perspektiven kennenzulernen.
Link zum Material: Webseite: Einfach für Alle (Aktion Mensch, N/A).

Material 4.2

Titel des Moduls Modul 4: Barrierefreiheit von Informationen und Sicherheit im Internet
Titel des Materials Studie Web 2.0/barrierefrei zum Nutzungsverhalten von Menschen mit Behinderungen
Kenncode des Materials R4.2
Einführung in das Material Mehr als 600 Nutzerinnen und Nutzer mit Behinderung haben an einer Online-Umfrage teilgenommen und detailliert Auskunft über ihre Nutzungsgewohnheiten geteilt.
Was bringt dir das Material? Die Lernenden erhalten einen Einblick in die Nutzung des digitalen Raums durch Menschen mit Behinderungen. Die Studie dokumentiert, dass das Internet die selbstständige Lebensführung aller Gruppen von Menschen mit Behinderung stärkt und Beeinträchtigungen kompensieren kann. Die Studie sensibilisiert Lernende dafür, dass in Entwicklungsprozessen neuer Webangeboten die Zugänglichkeit und Nutzbarkeit für alle einen wichtigen Stellenwert haben sollte.
Link zum Material: Publikation: Web 2.0/barrierefrei (Aktion Mensch, 2010).

Material 4.3

Titel des Moduls Modul 4: Barrierefreiheit von Informationen und Sicherheit im Internet
Titel des Materials Was bedeutet digitale Barrierefreiheit?
Kenncode des Materials R4.3
Einführung in das Material Was bedeutet digitale Barrierefreiheit? Dieser Frage widmet sich das kurze Video und gibt einen einfachen und prägnanten Überblick zu dem Thema.
Was bringt dir das Material? Die Lernenden bekommen einen schnellen Überblick, was digitale Barrierefreiheit ist und im Zusammenhang damit bedacht werden sollte.
Link zum Material: Video: Was bedeutet digitale Barrierefreiheit? (anatom5, 2020)

Material 4.4

Titel des Moduls Modul 4: Barrierefreiheit von Informationen und Sicherheit im Internet
Titel des Materials Klicksafe
Kenncode des Materials R4.4
Einführung in das Material Die EU-Initiative klicksafe hat den Auftrag, Internetnutzer*innen die kompetente und kritische Nutzung von Internet und Neuen Medien zu vermitteln und ein Bewusstsein für problematische Bereiche dieser Angebote zu schaffen. Dabei hat die Arbeit von klicksafe ihre Schwerpunkte auf zwei Hauptpfeilern: Inhalte und Qualifikation sowie Marketing und Kampagne.
Was bringt dir das Material? Um einen kompetenten Umgang mit den Neuen Medien zu erlernen, müssen verschiedene Problembereiche und Gefahren erst einmal erkannt werden, um dann Handlungsstrategien zu entwickeln. klicksafe stellt jungen Menschen, aber auch Eltern und Pädagog*innen Informationen und Bildungsmaterialien zur Verfügung, um ein Bewusstsein für Problematiken und Risiken des Internets zu fördern und Medienkompetenz zu vermitteln.
Link zum Material: Webseite: klicksafe (N/A).

Material 4.5

Titel des Moduls Modul 4: Barrierefreiheit von Informationen und Sicherheit im Internet
Titel des Materials Too Shy To Scream
Kenncode des Materials R4.5
Einführung in das Material Too Shy To Scream ist ein knapp 14-minütiges Video, das auf das Thema Cyber-Mobbing aufmerksam machen soll. Es ist die Geschichte eines 17-jährigen Mädchens, das Schwierigkeiten hat, von ihren Mitschülern*innen akzeptiert zu werden, da sie andere Interessen und Werte als die meisten in ihrem Alter hat.
Was bringt dir das Material? Too Shy To Scream soll bei den Lernenden ein Bewusstsein für Cyber-Mobbing schaffen und für die Auswirkungen sensibilisieren. Der Film bietet eine gute Grundlage, um mit jungen Menschen das Thema Cyber-Mobbing zu bearbeiten.
Link zum Material: Video: Too Shy To Scream (Pengu Media, 2016).

Literatur/Internetquellen

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