Modul 1 Bedürfnisse verstehen


1. Einführung

„Bedürfnisse verstehen“ ist das erste von fünf Selbstlernmodulen für Jugendarbeiter*innen, Pädagog*innen, Trainer*innen und Jugendleiter*innen, die mehr über Inklusion in der Jugendarbeit erfahren und insbesondere mit seh-, hör und körperbeeinträchtigten jungen Menschen arbeiten möchten. Im Rahmen dieses ersten Moduls geht es um die Verbesserung der kommunikativen und organisatorischen Fähigkeiten und Kompetenzen von Jugendarbeiter*innen, mit dem Ziel, junge Menschen mit Behinderung stärker in die internationale Jugendarbeit einzubinden.

Die internationale Jugendarbeit bietet eine großartige Möglichkeit, in einem geschützten Raum mit inklusiven Konzepten und Methoden zu experimentieren und diese zu reflektieren. In einer wohlwollenden Atmosphäre können Fehler und Misserfolge zu partizipative Lernprozesse für alle Beteiligten führen. Um während einer Jugendbegegnung zu einer solchen Atmosphäre beizutragen und positive Gruppendynamik zu fördern, müssen bereits im Planungsprozess die vielfältigen Bedürfnisse und Interessen der Teilnehmenden mitgedacht und berücksichtigt werden. In der Durchführung bedeutet das auch eine kontinuierliche Auswertung und Anpassung der gewählten methodischen Ansätze. Dies wird noch bedeutender, wenn es sich um inklusive Begegnungen handelt, an denen z.B. auch junge Menschen mit Seh-, Hör- oder Körperbeeinträchtigungen teilnehmen. Um für alle Teilnehmenden eine angenehme Erfahrung möglich zu machen, müssen die Prozesse immer wieder an die kollektiven und individuellen Bedürfnisse der Teilnehmenden angepasst werden.

Dieses Modul geht insbesondere auf die folgenden Themen ein:

  • Bedürfnisse und Sorgen: die Rolle der Familien.
  • Inklusive Mobilitäten: Was ist möglich und was nicht.
  • Unterstützung

Am Ende dieses Moduls wirst du:

  • wissen, wie du mit den Familien junger Menschen mit Seh-, Hör- oder Körperbeeinträchtigungen in Kontakt treten kannst, um mehr über die Hintergründe und Bedürfnisse deiner Teilnehmenden zu erfahren und diese dann in der Vor- und Nachbereitung sowie Durchführung deiner Aktivität besser berücksichtigen zu können;
  • praktische Aspekte der Organisation von inklusiven internationalen Mobilitätsprojekten kennengelernt haben;
  • mehr darüber wissen, wie junge Menschen mit Seh-, Hör- oder Körperbeeinträchtigungen vor, während und nach einer inklusiven internationalen Jugendaktivität gezielt unterstützt werden können.

2. Bedürfnisse und Sorgen: die Rolle der Familie

Das Paradigma von Behinderung und Familie beginnt mit der Gründung erster Elternvereinigungen in den 1950er Jahren und setzt sich in den 1980/90er Jahren durch ein zunehmend selbstbewusstes und aktives Auftreten von Menschen mit Behinderungen und ihren Familien in der Gesellschaft fort. Begriffe wie Lebensqualität, Empowerment, Selbsthilfe und die Integrationsbewegung prägen die Prozesse und führen zu der heute deutlich veränderten Rolle von Eltern und Familien in Unterstützungs- und Fürsorgesystemen für Menschen mit Behinderung (Eckert, A., 2007). Diese neue Periode zeichnet sich durch ein Grundvertrauen in die Resilienz von Familie aus. Dahinter steht die Überzeugung, dass Familien – mit der notwendigen Unterstützung – sehr gut in der Lage sind, für ihre behinderten Kinder zu sorgen (Retzlaff, R., 2010).

Eine offene, wohlwollende und partnerschaftliche Beziehung zwischen Eltern und Organisator*innen internationaler Aktivitäten kann sich positiv auf die Entscheidung eines jungen Menschen auswirken, an einem internationalen Austauschprogramm teilzunehmen. Aber wie können wir sicherstellen, dass diese Beziehung nachhaltig ist und „ein Zusammenspiel gegenseitiger Unterstützung gewährleistet, sich auf die Erfüllung der Bedürfnisse des Menschen mit Behinderung und der Familie konzentriert und sich durch Kompetenz, Engagement, Gleichberechtigung, Kommunikation und Vertrauen auszeichnet” (Summers et al., 2005, S. 49; Übersetzung durch die Verfasser)?

Eltern sind oft die wichtigsten Verbündeten junger behinderter Menschen. Offene Kommunikation und wertschätzende Kooperation sind Schlüsselfaktoren, die zum Aufbau von Vertrauen beitragen und dazu führen, dass junge Menschen mit Behinderungen aktive Teilnehmende internationaler Jugendprogramme werden. Hervorzuheben ist hier im Umkehrschluss auch die positive Wirkung ihrer Teilnahme auf die behinderten jungen Menschen und ihre Familien.

Der Einbezug der Familie ist das Eine. Selbstverständlich sind es aber vor allem die jungen Menschen aus den Zielgruppen, mit denen Jugendarbeiter*innen eine Verbindung aufbauen wollen. Daher ist es von grundlegender Bedeutung, sie von Anfang an einzubeziehen und zu adressieren. An (potenzielle) Teilnehmende adressierte Fragen und Informationen sollten keinen Umweg über Familienmitglieder oder Dolmetschende nehmen, sondern direkt an sie gerichtet sein. Gelingt es, z.B. junge Menschen mit Seh-, Hör- oder Körperbeeinträchtigungen von Beginn an in die Prozesse aktiv einzubinden, führt das dazu, dass sich die Teilnehmenden mit dem Projekt identifizieren und Verantwortung für die Aktivitäten übernehmen.

Folgende Punkte können für ein Treffen mit (potenziellen) Teilnehmenden und ihren Familien hilfreich sein:

  • Finde Materialien, die deutlich machen, was ein Mobilitätsprojekt ist. Aus den Materialien sollten hervorgehen, dass ihre Teilnahme junger Menschen mit Seh-, Hör- oder Körperbeeinträchtigungen problemlos möglich ist und dass die individuellen Bedürfnisse gehört und beachtet werden. Das sollte sich bereits in den von dir gewählten Materialien zeigen. Wenn diese barrierearm und inklusiv gestaltet sind und umfangreiche Informationen über verschiedene Unterstützungssysteme (Reisebegleitung; Sprachmittler*innen; Gebärdensprachdolmetschende, Zugänglichkeit und Barrierefreiheit) enthalten, dann wirkt das verlässlich und schafft Vertrauen.
  • Hebe hervor, welche Bedeutung die aktive Teilnahme Einzelner für den Gesamterfolg der internationalen Mobilitätserfahrung hat: Stelle sicher, dass die Teilnehmenden verstehen, dass das Projekt ohne sie nicht dasselbe wäre. Zeige ihnen, welche Wirkung ihre Teilnahme auf ihre persönlichen, aber auch beruflichen Fähigkeiten haben kann (z.B. Verbesserung sprachlicher und kommunikativer Kompetenzen, Teamarbeit etc.). Es ist oft hilfreich, wenn sich junge Menschen untereinander austauschen können. Vielleicht gibt es junge Menschen mit Seh-, Hör- und Körperbeeinträchtigungen, die bereits Erfahrungen mit internationalen Jugendmobilitäten haben und gerne über ihre Erfahrungen berichten wollen. Vernetze die jungen Menschen, sofern sie ihr Einverständnis geben. So können sie sich austauschen, über ihre Erfahrungen berichten, Barrieren benennen und auch Lösungswege aufzeigen. Das kann ein motivierender und ermutigender Prozess für interessiere Teilnehmende sein.
  • Vergiss nicht, interessierte junge Menschen gezielt danach zu fragen, wie du ihre Teilnahme an einer internationalen Mobilität erleichtern kannst. Es ist wichtig, keine Annahmen über ihre Bedürfnisse zu treffen. Sei auch darauf vorbereitet, dass sich die durch sie kommunizierten Bedürfnisse von denen unterscheiden können, die ihre Eltern und Familie zuvor benannt haben.
  • Mache deutlich, dass die Teilnahme an einer internationalen Aktivität nicht mit dieser Erfahrung endet: motiviere die jungen Menschen in deinen Projekten nach Handlungsoptionen zu suchen, die ihnen ermöglichen, gesellschaftlich aktiv zu bleiben und junge Menschen in ihren Gemeinschaften selbst zur Teilnahme an internationalen Mobilitäten zu inspirieren. Unterstütze sie dabei, indem du z. B. eine Übersicht mit Möglichkeiten und Kontakten zu Freiwilligentätigkeiten in verschiedenen Bereichen (Inklusion, Geschlechtergerechtigkeit, Umwelt usw.) in ihrer Stadt oder Region zur Verfügung stellst.

Es gibt allerdings kein magisches „Patentrezepte“, das unter allen Umständen funktioniert. Hier ist kreatives Denken gefragt. Die Bedürfnisse und Möglichkeiten aller Teilnehmenden müssen gemeinsam gesucht und gefundene Lösungen immer wieder reflektiert und neu bewertet werden. Die folgenden Beispiele zeigen, wie eine gute Zusammenarbeit mit den Familien in diese Prozesse gelingen kann (Getting smart, 2019, Übersetzung und Anpassung durch die Verfasser):

  • Individualisiere: Individualisierte Prozesse sollten nicht ausschließlich auf die Teilnehmenden ausgerichtet sein, sondern auch die Familien in den Blick nehmen. Was ist das bevorzugte Kommunikationsmittel (persönlich, Telefon, Videocall)? Welche Sprache und welche Informationsträger sollten genutzt werden, um die Inhalte richtig zu vermitteln? Wenn die Familie z.B. nicht über die Reise oder Reisebegleitung besorgt ist, weil sie bereits genug darüber weiß, dann müssen nicht mehr so viele Informationen zu diesem Thema weitergegeben werden und andere Aspekte können besprochen werden.
  • Setze den Rahmen: Sei offen und teil Informationen über dich, damit die Familien wissen, mit wem sie es zu tun haben und was sie erwarten können. Auf diese Weise entsteht Vertrauen und die Familie ist offener, selbst mehr Informationen zu teilen. Es ist wertvoll, diese Vertrauensbeziehung in der Vor- und Nachbereitung und in der Durchführungsphase zu fördern und zu pflegen.
  • Teile Verantwortung: Mach deutlich, dass du dich zu 100% einbringen und engagieren möchtest, diese Bereitschaft aber auf Gegenseitigkeit beruhen muss.
  • Eltern als Partner: Wenn Eltern und Familien als Partner einbezogen werden, ist das eine Chance, mehr über die Stärken und Schwächen (potenzieller) Teilnehmender zu erfahren. Welche Art von Unterstützungssystem haben sie zu Hause? Welche Art der Unterstützung wäre während der internationalen Aktivität notwendig und wünschenswert? Was könnte für sie im Gruppenkontext schwierig sein? Gibt es gerade etwas in ihrem Leben, das sie in ihrem Handeln und Denken beeinflusst? Solche Informationen können sehr hilfreich für Jugendarbeiter*innen sein, um die Bedürfnisse der Teilnehmenden besser einschätzen und besser reagieren zu können.
  • Teile positives: Es ist wichtig, gute Nachrichten zu kommunizieren. Berichte nicht nur über die technischen Aspekte deines Mobilitätsprojekts. Erzähl auch über Emotionen und tolle Erfahrungen mit Inklusion und Barrierefreiheit und binde persönliche Geschichten über erreichte Ziele der Teilnehmenden in den verschiedenen Projektphasen mit ein.

Quelle

3. Inklusive Mobilitätsprojekte: dos and don’ts

Wie bereits im ersten Kapitel erläutert, sollten Jugendarbeiter*innen die (potenziellen) Teilnehmenden und ihre Bedürfnisse zunächst einmal kennenlernen, bevor sie mit der Planung der inklusiven Lernumgebung von Mobilitätsprojekten beginnen. Aber wie kann Barrierefreiheit in solchen Bildungs- und Begegnungsangeboten gelingen? Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Einige davon, wie z. B. die Anpassung von Dokumenten in Braille-Schrift oder Leichte Sprache (Lebenshilfe Bremen, N/A) oder zugängliche Seminarräume (Aktion Mensch, N/A) und Unterkünfte sind offensichtlicher als andere, wie z. B. die Schaffung einer entsprechenden Atmosphäre, Lern- oder Arbeitskultur (Save the children, 2000).

Die folgenden Hinweise sollten Fachkräfte in der inklusiven Jugendarbeit beachten, um den größtmöglichen Zugang zu allen Aktivitäten einer Jugendbegegnung zu gewährleisten:

  • Recherchiere und suche nach nachhaltigen Lösungen. Die Gestaltung von inklusiven Mobilitäten mag zunächst schwierig erscheinen, aber je mehr Erfahrungen du sammelst, desto sensibler wirst du für Teilnahmebarrieren und desto nachhaltiger kannst du in zukünftigen Projekten inklusive und barrierefreie Aktivitäten umsetzen. Es ist hilfreich, ein Anmeldeformular für die Teilnehmenden zu verwenden, um mehr über Bedürfnisse und Bedarfe zu erfahren und diese bei der Planung mitzudenken (z. B. individueller Unterstützungsbedarf, Verpflegungsarten, diätische Beschränkungen).
  • Stelle sicher, dass deine Materialien, Methoden und Programmaktivitäten barrierefrei und inklusiv sind, so dass alle beteiligt werden. Je mehr du über die Teilnehmenden und inklusive Bildungsarbeit allgemein weißt, desto besser kannst du die Lernumgebung und die Kommunikation anpassen. Hierfür kannst du vom Förderprogramm Erasmus+ finanzielle Unterstützung in Form einer Inklusionspauschale (Erasmus+ Jugend, 2021) für bis zu 100% der Kosten erhalten (Erstellung barrierefreier Bildungsmaterialien z. B. Braille-Druck, Sprachmittler*innen, Gebärdensprachdolmetschende, usw.).
  • Auch wenn du sichergestellt hast, dass alle dir bekannten Bedürfnisse in der Planung und Umsetzung berücksichtigt wurden, bleib offen und aufmerksam. Es können immer unerwartete Dinge auftreten, die nicht geplant sind. Eine offene Haltung ermöglicht es dir, deine Pläne und Aktivitäten flexibel an die Bedürfnisse und Anforderungen anzupassen und so dafür zu sorgen, dass alle sich wohlfühlen.

Und als guter Rat zu Schluss: Es geht nicht darum, sich ständig kritisch in Frage zu stellen. Es gibt keine vollkommen barrierefreien Räume und es kann immer passieren, dass Herausforderungen auftreten. Etabliere eine vertrauensvolle und positive Atmosphäre, in der ihr gemeinsam nach kreativen Lösungen suchen und so erfolgreiche inklusive Mobilitätsprojekte durchführen könnt.

Quelle

4. Unterstützung

Noch vor nicht allzu langer Zeit wurde Behinderung durch das medizinische Modell definiert (DARE Leitfaden für Inklusion, 2020), welches Behinderung als ein individuelles Defizit darstellte. Laut diesem Modell war die Ursache der mangelnden Teilhabe die Beeinträchtigung eines Individuums. Wenn also eine Person im Rollstuhl ein Gebäude nicht betreten konnte, da sie*er nicht die Treppe hochkam, dann war der Rollstuhl schuld und nicht die Treppe.

Ende des 20. Jahrhunderts kam es hier zu einem Paradigmenwechsel im Verständnis von Behinderung und das medizinische Modell wurde zunächst vom sozialen und dann vom menschenrechtlichen Modell (Fachstelle Teilberatung, 2018) von Behinderung abgelöst. Behinderung wird in diesem Modell nicht länger als medizinische Diagnose gesehen, sondern gilt als soziales Konstrukt, das durch gesellschaftliche Rahmenbedingungen, physische Barrieren und ein mangelndes gesellschaftliches Bewusstsein geschaffen wird. Grundlage ist ein menschenrechtlicher Ansatz, der Behinderung als natürlichen Teil menschlicher Vielfalt anerkennt und Menschen mit Behinderungen die gleichen Rechte zuspricht. Um noch mal auf das Beispiel zurückzukommen, ist nicht länger der Rollstuhl schuld, dass die Person keinen Zugang zum Gebäude hat, sondern die Treppe und die fehlenden Alternativen (wie z. B. eine Rampe).

Selbstbestimmung (EUTB, N/A) und Selbstvertretung sind wichtige Aspekte des menschenrechtlichen Verständnis von Behinderung. Das sollte aber nicht mit Unabhängigkeit gleichgesetzt werden. Einige Menschen mit Behinderung sind auf Assistenz und Unterstützung angewiesen. Trotzdem können sie für sich selbst bestimmen. Noch wichtiger ist der Grundsatz „Nichts über uns ohne uns“

Für Fachkräfte der Jugendarbeit ist das die Aufforderung, die Teilnehmenden in alle Prozesse einzubeziehen, die sie betreffen. Es geht insbesondere darum, nicht anzunehmen, ob und welche Unterstützung die jungen Menschen in unseren Projekten brauchen, sondern zu fragen und gemeinsam Lösungen zu finden. Die gleiche Art der Behinderung deutet keinesfalls auf den gleichen Unterstützungsbedarf hin – und manche Menschen mit Behinderung brauchen halt auch keine Unterstützung.

Quelle

Übung 1.1.

Titel des Moduls Modul 1: Bedürfnisse verstehen
Titel der Übung: Infomaterial barrierefrei gestalten
Kenncode der Übung: A1.1
Dauer der Übung 3 – 5 Stunden (abhängig von der Menge des Materials, das du anpassen möchtest)
Art des Materials Arbeitsblatt
Ziel der Übung Indem du das Infomaterial deiner Organisation barrierefrei gestaltest, kannst du die Sichtbarkeit deiner Organisation erhöhen und neue Mitglieder gewinnen. Gleichzeitig unterstützt du durch barrierefreie Materialien die Teilhabe junger Menschen mit Seh-, Hör- und Körperbeeinträchtigungen.
Benötigte Materialien für die Übung
  • Laptop;
  • Drucker;
Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schau dir die Werbe- und Informationsmaterialien einmal an, die deine Organisation für ihre Öffentlichkeitsarbeit nutzt (Präsentationen/Broschüren/Webseiten usw.) und wähle ein Produkt aus. Dieses soll nun barrierefrei gestaltet werden.

Gehe wie folgt vor:

Schritt 1: Wähle eines deiner Werbe- oder Öffentlichkeitsarbeitsprodukte aus, das du gerne barrierefreier gestalten würdest.

Schritt 2: Recherchiere Richtlinien und Vorgehensweisen, um das Material anzupassen. Die Linkliste der Webseite Barrierefreie Kommunikation bei Veranstaltungen sowie die zusätzlichen Lernmaterialien in diesem Kapitel können hilfreich sein.

Schritt 3: Analysiere dein ausgewähltes Material und passe es durch die Umsetzung barrierefreier Gestaltungskonzepte an, sodass sich Zielgruppen angesprochen fühlen, die du erreichen willst.

Schritt 4: Natürlich kannst du versuchen, alle Richtlinien der Barrierefreiheit so gut wie möglich umzusetzen. Es ist aber immer gut, wenn du Personen aus deiner Zielgruppe /deinen Zielgruppen nach ihrer Meinung fragst. So kannst du wertvolle Hinweise für die Gestaltung deiner Materialien erhalten.

Schritt 5: Veröffentliche oder drucke die angepassten Materialien und verwende sie, um inklusiver zu arbeiten und neue Zielgruppen zu erreichen.

Übung 1.2.

Titel des Moduls Modul 1: Bedürfnisse verstehen
Titel der Übung: Checkliste: Barrierefreiheit
Kenncode der Übung: A1.2
Dauer der Übung 2 Stunden
Art des Materials Arbeitsblatt
Ziel der Übung Überprüfe, ob der für deine Jugendbegegnung oder inklusive Veranstaltung gewählte Ort barrierefrei ist.
Benötigte Materialien für die Übung
  • Laptop;
  • Drucker;
Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Bereite einen Fragebogen vor, durch den du die Bedürfnisse potenzieller Teilnehmenden abfragen kannst. Versende ihn oder sprich mit Vertreter*innen deiner Zielgruppen, um herauszufinden, was die verschiedenen Menschen während einer internationalen Jugendbegegnung oder einer anderen Jugendaktivität brauchen würden.

Schritt 2: Erstelle eine Excel-Tabelle oder ein anderes Dokument mit einer Checkliste für die Barrierefreiheit von Veranstaltungsorten. Nutze dafür die Informationen, die du bei potenziellen Teilnehmenden gesammelt hast. Nutze auch weitere Online-Ressourcen mit Leitlinien zu barrierefreien Veranstaltungsorten. Eine wertvolle Hilfe ist das Material 1.4, das du in den zusätzlichen Lernmaterialien findest. Auch nützlich ist der Beitrag Räumliche Barrierefreiheit bei Veranstaltungen von Aktion Mensch.

Schritt 3: Liste die Anforderungen und Rahmenbedingungen in einer Spalte auf und lass Platz für Notizen (z.B. für den Fall, dass Änderungen und Anpassungen vorgenommen werden müssen. Nutze eine weitere Spalte, um später markieren zu können, ob dieser Aspekt berücksichtigt wurde oder nicht. Nutze z. B. Kästchen (ÿ) und lass auch hier Platz für mögliche Kommentare.

Schritt 4: Wenn du Projekte umsetzt, prüfe deine Checkliste regelmäßig auf ihre Aktualität und passe sie an (z.B. gefundene Lösungen, alternative Handlungskonzepte und Lösungsansätze usw.).

Material 1.1

Titel des Moduls Modul 1: Bedürfnisse verstehen
Titel des Materials: Barrierefreie Kommunikation bei Veranstaltungen
Kenncode des Materials: R 1.1
Einführung in das Material: Eine Webseite mit Hinweisen zu barrierefreier Kommunikation bei Veranstaltungen.
Was bringt dir das Material? Die Webseite sensibilisiert für das Thema „Barrierefreie Veranstaltungen“. Es entsteht ein Bewusstsein für unterschiedlichste Barrieren. Der verfügbare Leitfaden, Checklisten und andere Materialien sind eine Unterstützung in der Planung barrierefreier Veranstaltungen.
Link zum Material: Webseite: Barrierefreie Kommunikation bei Veranstaltungen (N/A)

Material 1.2

Titel des Moduls Modul 1: Bedürfnisse verstehen
Titel des Materials: Um, über und jenseits von Barrieren
Kenncode des Materials: R 1.2
Einführung in das Material: Der DARE Leitfaden für Inklusion ist eine Unterstützung für Fachkräfte der Jugendarbeit in der Umsetzung inklusiver Mobilitätsmaßnahmen.
Was bringt dir das Material? Kapitel 2 und Kapitel 3 vertiefen das Thema Barrieren und Barrierefreiheit im Zusammenhang mit inklusiven Mobilitäten. Die Lernenden können sich einen Überblick verschaffen.
Link zum Material: Leitfaden: DARE Leitfaden für Inklusion (2020)

Material 1.3

Titel des Moduls Modul 1: Bedürfnisse verstehen
Titel des Materials: Einfach für Alle
Kenncode des Materials: R 1.3
Einführung in das Material: Die Webseite von Aktion Mensch teilt viele Informationen dazu, wie digitale Angebote, Webseiten und Dokumente barrierefrei gestaltet und umgesetzt werden können.
Was bringt dir das Material? Die Lernenden können sich einen Überblick verschaffen, was sie bei der barrierefreien Gestaltung von Dokumenten und digitalen Angeboten beachten sollten und können das auch vertiefen.
Link zum Material: Webseite: Einfach für Alle (Aktion Mensch, N/A)

Material 1.4

Titel des Moduls Modul 1: Bedürfnisse verstehen
Titel des Materials: Ramp-Up.me
Barrierefreie Veranstaltungen planen
Kenncode des Materials: R 1.4
Einführung in das Material:

Hinter Ramp-Up.me steckt u.a. der Berliner Verein Sozialhelden mit seinem Team aus Medienschaffenden mit und ohne Behinderung, die verschiedene Projekte im Sinne der Inklusion auf den Weg gebracht haben.

Mit Ramp-Up.me wollen sie vor allem auch Eventveranstalter*innen dazu inspirieren, freiwillig auf Inklusion und Barrierefreiheit zu setzen.

Was bringt dir das Material? Ramp-Up.me gibt Tipps, wie Veranstaltungsorte barrierefreier werden können, wie Programme vielfältiger und die Kommunikation verbessert werden können. Dabei wird ein Bewusstsein für Barrieren geschaffen.
Link zum Material: >Webseite: Ramp-Up.me (N/A)

Material 1.5

Titel des Moduls: Modul 1: Bedürfnisse verstehen
Titel der Ressource: Europäischer Rechtsakt zur Barrierefreiheit
Code der Ressource: R 1.5
Einführung in die Ressource: Der Bericht beschreibt die Richtlinien des Europäischen Rechtsakts zur Barrierefreiheit, die das Funktionieren des Binnenmarktes für barrierefreie Produkte und Dienstleistungen durch die Abschaffung unterschiedlicher Vorschriften in den Mitgliedstaaten verbessern soll.
Was wirst du von dieser Ressource lernen? Lernende erfahren mehr über die europäischen Anforderungen an Barrierefreiheit und können daraus Anforderungen und auch Bedarfe an internationale Mobilitäten ableiten.
Link zur Ressource: Richtlinie: Europäischer Rechtsakt zur Barrierefreiheit (Europäische Kommission,N/A)

Literatur/Internetquellen:

Aktion Mensch (N/A). Einfach für Alle. [Online] Abgerufen 25. Januar 2021.

Aktion Mensch (N/A). Gebäude und Räume barrierefrei gestalten. [Online] Abgerufen 25. Januar 2021.

Barrierefreie Kommunikation bei Veranstaltungen. [Online] Abgerufen 25. Januar 2021.

DARE Leitfaden für Inklusion. 2020. [Online] Abgerufen 25. Januar 2021.

Eckert, Andreas (2007). Familien mit einem behinderten Kind. Zum aktuellen Stand der wissenschaftlichen Diskussion. Erschienen in: Behinderte Menschen, Zeitschrift für gemeinsames Leben, Lernen und Arbeiten, Nr. 1/2007, S. 40-53. [Online] Abgerufen 25. Januar 2021.

Erasmus+ Jugend (2021). Inklusion und Vielfalt. [Online] Abgerufen 25. April.

Europäische Kommission (N/A). Europäischer Rechtsakt zur Barrierefreiheit. [Online] Abgerufen 25. Januar 2021.

EUTB (N/A). Selbstbestimmung. [Online] Abgerufen 25. Januar 2021.

Fachstelle Teilhabeberatung (2018). Studienbrief Modelle von Behinderung. [Online] Abgerufen 25. Januar 2021.

Getting Smart (2019). 10 Strategies for Schools to Improve Parent Engagement. [Online] Abgerufen 25. Januar 2021.

Lebenshilfe Bremen, (N/A). Was ist Leichte Sprache. [Online] Abgerufen 25. Januar 2021.

Ramp-Up.me (N/A). [Online] Abgerufen 25. Januar 2021.

Retzlaff, R. (2010). Familien-Stärken. Behinderung, Resilienz und systemische Therapie. Stuttgart. Klett-Cotta.

Save the children (2020). Access for All. [Online] Abgerufen 25. Januar 2021.

Summers, J.A., Hoffman, L., Marquis, J., Turnbull, A., Poston, D., & Nelson, L.L. (2005). Measuring the Quality of Family- Professional Partnerships in Special Education Services. [Online] Abgerufen 25. Januar 2021.

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